Anlagen Optimierung

Optimierung von Kapitalanlagen

Die lange anhaltende extreme Niedrigzins-Phase im Euro-Raum macht Sparern ebenso zu schaffen wie institutionellen Anlegern, also zum Beispiel Banken und auch Versicherungsunternehmen. Wer Zinsen oberhalb der Inflationsrate erzielen will, muss kalkulierte Risiken eingehen.

Der Anlagehorizont muss zu den Wünschen passen

Es macht einen großen Unterschied, ob Sie für den jährlichen Urlaub sparen, für ein neues Auto oder für Ihre Altersvorsorge. Bedenken Sie bei der Auswahl Ihrer Kapitalanlage, wann Sie das Geld brauchen und ob Sie diesen Termin noch schieben können, wenn die Situation am Kapitalmarkt es erfordert.

Für Ihren Urlaub sparen Sie vermutlich rund ein Jahr. Hier bieten sich Tagesgeldkonten an, die auch in Kombination mit einer Kreditkarte verkauft werden. Überweisen Sie überschüssiges Geld am Monatsende auf das Kartenkonto, wo es mit einem kleinen Prozentsatz – derzeit meist um 1 % – verzinst wird. Für die Buchung Ihres Urlaubs und im Urlaub selbst geben Sie das gesparte Geld mit der Kreditkarte aus. Besonders praktisch: Bargeldverfügungen an Geldautomaten im Ausland sind meist gebührenfrei.

Für größere Wünsche wie ein neues Auto oder eine schicke Einbauküche kalkulieren Sie mit einem längeren Anlagehorizont – vielleicht drei oder fünf Jahre. Informieren Sie sich, wer Ihnen für eine längere Festlegung des Geldes höhere Zinsen gibt, und ob das Geld in einem Notfall auch vorzeitig verfügbar gemacht werden kann.

Mischung und Streuung als oberste Prinzipien der Geldanlage

Wenn Sie ohne ein bestimmtes Konsumziel für die Sicherung Ihrer Einkünfte im Alter sparen, sollten Sie niemals alles auf eine Karte setzen, so verlockend ein Angebot auch sein mag. Eine Mischung zwischen verschiedenen Anlageformen und Laufzeiten und eine Streuung auf unterschiedliche Länder, Währungen und Unternehmen ist die beste Möglichkeit, Verlustrisiken zu minimieren. Bislang haben sich Aktien langfristig stets als die rentabelste Anlageform gezeigt. Wenn Sie kein großes Vermögen zum Streuen haben, kaufen Sie breit aufgestellte Fonds. Die Fondsverwaltung kostete zwar Rendite, sichert aber ein professionelles Anlagemanagement. Faustregel: Die Aktienquote sollte höchstens 100 minus Lebensalter sein. Ein Dreißigjähriger kann beruhigt 70 % seines Vermögens in Aktien und Fonds anlegen, ein Sechzigjähriger sollte die Quote auf höchstens 40 % reduzieren.

Die Bedeutung der klassischen Lebens- und Rentenversicherung

Bei diesen Versicherungsprodukten geht es nicht in erster Linie um Kapitalanlage, sondern um die Absicherung biometrischer Risiken – in der Lebensversicherung das Risiko eines frühen Todes, in der Rentenversicherung das lange Leben. Nur die Rentenversicherung zahlt Ihnen einen garantierten Betrag bis ans Lebensende. Das kann kein Bankprodukt leisten. Der Rechnungszins – er beträgt für 2015 neu abgeschlossene Verträge 1,25 % – wird über die gesamte Laufzeit festgeschrieben. Hinzu kommt die Beteiligung der Versicherten an Überschüssen, sodass neben dem lebenslangen Versprechen auch eine attraktive Rendite erzielt wird.